Bergwanderung zum Capo Borga auf Koriska.
Korsika

Im Reich der Mufflons – Bergwanderung zum Gipfel des Capu Borba

Im Reich der Mufflons – die Chance einer Mufflonsichtung sei bei einer Bergwanderung zum Gipfel des Capu Borba am größten. Als ich davon Petra berichtete, war schnell klar, dass wir diese Wanderung auf unsere Korsika To-do-Liste setzen. Da wir ohnehin einige Tage in dieser Region verbringen werden, passte das gut in die Planung. Nun, nach gut einem Monat, stehen wir hier im Manicatal einem weiteren Höhepunkt unserer Korsikareise. Fast können wir es nicht glauben, dass alles so nach Wunsch verlief. Das Tal, in dem wir uns befinden, erstreckt sich weit entlang der Monte Cinto Kette, und bietet einige herausragende Wanderungen und faszinierender Gipfel Aussichten. Das ganze Gebiet um uns herum gehört zum „Parc Naturell Regional de la Corse“. Dieser Nationalpark erschließt mittlerweile gut ein Drittel Korsikas. Dabei umfasst er nicht nur das Gebiet rund um das Monte-Cinto-Massiv, sondern zieht sich quer über die gesamte Insel.

Inhaltsverzeichnis

Der Morgen im Tal

An diesem Morgen kommt die Sonne nur langsam hinter den Bergen hervor. Die Gipfelspitzen sind in den Wolken nur schemenhaft zu erkennen. In der Nacht gab es einige leichte Regenschauer, der Nebel hängt noch immer tief im Tal und nur sehr langsam klart der Himmel über uns auf. Es ist noch sehr kühl, hin und wieder schafft es die Sonne durch die Wolkendecke, es reicht jedoch noch nicht für die kurze Hose. Ganz in der Nähe von uns hören wir das Rauschen eines Gebirgsflusses. Es liegt der typische Waldgeruch in der kühlen, feuchten Luft. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Der Beginn der Wanderung liegt an der Passstraße, die bis zum Refuge Asco-Stagnu führt. Von dort aus gibt es auch eine gut ausgeschilderte direkte Wanderroute zum Monte Cinto. Den wir jedoch aufgrund widriger Wetterbedingungen nicht besteigen konnten.

Das Tal hat uns sofort verzaubert.
Die Talregion um den Monte Cinto ist ein sehr abwechslungsreiches Wandergebiet

Wegweiser sucht man vergebens

Der Zugang zur Wanderung ist nicht einfach zu finden und so fahren auch wir einige male den Berg auf und ab, bis Petra eher zufällig ein Steinmänchen am Straßenrand entdeckt, Dass Zugleich den beginn der Wanderung markiert. Hätte Petra dies nicht zufällig bemerkt wären wir wohl noch einige male daran vorbeigefahren. Nachdem wir unseren Van geparkt haben, überprüfen wir ein letztes Mal das Gepäck, bevor wir zum Capu Burba aufbrechen.

Da es wirklich beschwerlich ist den Zugang zu finden hinterlegen wir euch die genauen Koordinaten im Info-Kasten.

Die erste Etappe

Nachdem wir über den kleinen Kieshügel am Straßenrand gestiegen sind, lässt sich mit viel Fantasie ein Wanderweg erkennen. Diesem folgen wir, bis wir zu einem Dickicht aus jungen Kiefern kommen. Die Orientierung ist hier etwas müßig, weshalb wir hier am meisten Zeit verlieren. Nachdem wir diese Hürde hinter uns gelassen haben, geht es wieder etwas schneller den Berg hinauf. Nachdem wir einer Weile den Weg verfolgt haben, kommen wir zu einem fast ausgetrocknetem Flussbett, das wir überqueren.

Der Fast ausgetrocknete Fluss auf dem Weg zum Capu Borba.

Von dort aus gehts über einen kurzen Anstieg auf eine Forststraße. Hier haben wir auch mal wieder ein wenig Sonne.
Im Dickicht war ja davon nichts zu sehen und auch sonst war das Wetter bisher eher durchwachsen. Wir laufen den Weg weiter, bis wir auf einen kleinen Platz kommen. An diesem drehen wir uns nach rechts und folgen dem Waldweg weiter Bergaufwärts. Zu unserer Überraschung kommt uns dort Wasser in einem kleinen Rinnsal entgegen. Wie stellen hier das erste Mal fest, dass es sich um keine Bergwanderung handelt, die bei Starkregen oder Schneeschmelze begangen werden sollte. Es sei den man möchte mit Gummistiefeln Wandern und sich in Lebensgefahr begeben. Nachdem wir die erste mühevolle Etappe hinter uns gebracht haben, bemerken wir, dass der Himmel mehr und mehr aufklart. Die Sonne taucht das Tal hinter uns in ein warmes Licht und auch uns wird zunehmend wärmer.

Das alte verlassene Dorf „Bergeries de Manica“

Am Ende der Forststraße kommen wir zu einem alten Dorf. Dieses scheint seit langer Zeit verlassen zu sein. Die meisten Steinhütten sind eingestürzt und teils sind nur noch die Grundmauern zu erkennen. Wie man hier wohl gelebt hat? Eine Frage, die wir leider nicht beantwortet bekommen, obwohl sie uns sehr interessieren würde. Der Boden um uns herum wurde scheinbar von Wildtieren zerwühlt. Direkt hinter dem alten Dorf überqueren wir eine Staustufe. Diese führt zurzeit nicht viel Wasser, weshalb wir problemlos an das andere Ufer wechseln können. Der Fluss scheint jedoch nicht immer so flach und ruhig zu sein. Zumindest verraten uns das die Warnschilder und die dicken Baumstämme, die hier zwischen den mächtigen Felsen festhängen. Vom anderen Ufer aus geht es über Steinkaskaden bergauf in Richtung Capu Borba, die felsigen Stellen sind sehr rutschig und so dauert es etwas länger, diese Schlüsselstelle zu durchlaufen.

Bergeries de Manica das alte Dorf an der Staustufe. Wie lange ist es wohl her das hier Menschen anzutreffen waren?
Bergeries de Manica, 1306 m

Als wir die letzten Bäume passieren, ist Zeit für eine kurze Verschnaufpause.
Uns eröffnet sich einen prachtvollen Ausblick auf das Tal unter uns. Wir bekommen die Natur Korsikas von seiner schönsten Seite zu sehen. Schroffe Felswände und schneebedeckte Gipfel auf der einen und auf der anderen ein herbstlich eingefärbtes Tal in seiner ganzen Farbenpracht. Leider erleben wir nur selten einen perfekten blauen Himmel dazu. Nun gehts an die erste wirkliche Kraxelei bei dieser Bergwanderung. Fast senkrecht geht es an einem Stück Fels hinauf. Beim Aufstieg bemerken wir eine alte verwitterte rot-weiße Markierung. In einer weiteren anstrengenden Passage halten wir kurz inne, denn oben am Berg scheint sich etwas zu bewegen. Ist es möglich, dass wir so ein Glück haben? Oben auf der Hochebene scheint sich tatsächlich ein Mufflon aufzuhalten. Wir kämpfen uns die letzten Höhenmeter hinauf, bis wir schließlich nach 25 Minuten das Plateau erreichen.

Auf dem Rücken des Capu Borba

Wir befinden uns auf 1881 Metern inmitten der Berge. In der Ferne sehen wir tatsächlich ein Mufflon. Einen kurzen Moment lässt es sich beobachten und fotografieren bevor es hinter den Felsen seinen Weg fortsetzt. Wir geben zu, seid unseren Tierbegegnungen in Schweden achten wir viel mehr auf wilde Tiere und Vögel um uns herum als zuvor. Wir beschließen auf der Ebene rast zu machen. Rasch finden wir einen geeigneten Platz. Ein großer Fels bietet einen Natürlichen Schutz gegen Wind und Regen. Nachdem wir auf dem Rücken des Capu Borba gut eine Stunde pausiert hatten, fiel uns der sich rasch zuziehenden Himmel auf. Spürbar wird es kühler und die Bergspitzen verschwinden mehr und mehr im dichten Nebel.

Pause auf dem Rücken des Capu Borba auf Korsika.
Ein Fels am Gipfel bietet uns etwas Schutz vor dem heranziehenden Regen.

Von diesem Wetterumschwung am Capu Borba überrascht, beschließen wir, flott aufzubrechen. Das vor uns liegende Geröllfeld könnte sonst zu einer heiklen Angelegenheit werden. Staub, Erde und Wasser ergeben bekanntlich einen wunderbaren Schmierfilm. Dieser Zustand gepaart mit schlechter Sicht führt häufig zu unschönen Bodenkontakt, den wir lieber vermeiden möchten. Wir haben das schroffe steile Terrain kaum hinter uns gelassen, da beginnt es tatsächlich zu regnen. Nicht sehr stark aber stetig.

Ein feiner Regen durchnässt dich immer noch bis auf die Knochen, aber niemand nimmt ihn ernst.

Korsisches Sprichwort

Wir beschließen nicht zu stoppen und bewegen uns flink zurück zur Baumgrenze, um wenigstens etwas Schutz zu erfahren und nicht gänzlich zu durchnässen. Die steinigen Stellen vom Hinweg und auch die Kraxelei sind jetzt deutlich rutschiger. Achtsam werden die markanten Stellen begangen und so nähern wir uns langsam, aber sicher dem besseren Weg unterhalb der Bäume. Ein letztes Mal stoppen wir an einem kleinen Wasserfall, um schnell ein paar Fotos zu machen. Die Stelle ist viel zu schön, als dass das man sie ignorieren sollte. Gut eine halbe Stunde später sind wir dem Regen davon gelaufen und erreichen das verlassene Dorf ein zweites Mal an diesem Tag.

Pause auf dem Rückweg vom Capu Borba auf korsika.
Kaffeezeit – den Luxus Brew Bag gönnen wir uns hin und wieder bei einer Wanderung.


Beim Aufstieg waren wir deutlich langsamer unterwegs. So viel steht fest. Diesmal schauen wir uns unseren zukünftigen Altersruhesitz etwas genauer an und beschließen hier eine Kaffeepause einzulegen. Zack Kocher wieder raus. Wasser erhitzen und Dank Brew Bag gibt es binnen weniger Minuten eine heiße wohlschmeckende Tasse Kaffee. Tatsächlich ein Luxus den wir uns gerne auf Touren gönnen. Das Bag ist im Übrigen wiederverwendbar. Das finden wir persönlich ziemlich gut, da es unnötigen Müll reduziert. Die letzte Etappe der Wanderung führt wieder über den Forstweg und durch das anfangs erwähnte Dickicht zurück zum Van.

Campen VERBOTEN

Im gesamten Nationalpark ist das Campen untersagt. Achtet bei Eurem Besuch auf die entsprechenden Hinweisschilder. Gerade in der Hauptsaison wird vielfach kontrolliert und es erwartet eine empfindliche Geldbuße bei Nichtbeachtung. Der Campingplatz Monte Cinto ist nicht ganzjährig geöffnet!

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Die Parkverwaltung ist bestrebt die ursprüngliche Schönheit der Insel zu erhalten und so gibt es außerhalb des Nationalparks weitere Schutzzonen und klein Reservate die es zu beachten gilt.

Wir drei beim Wandern in Schweden

Unser Fazit

Korsika überraschte uns mit seiner Vielseitigkeit. Ständig wechselndes Terrain machten eine Wanderung in den Bergen zur Herausforderung. Hier ein Flussbett, dort eine Kraxeleien das ist es, was das Wandern auf Korsika so besonders macht. Auch die Ausblicke, die teilweise bis zum Meer reichen, sind der Hammer und lassen, dass Naturfreunde Herz höherschlagen. Seit auf alle Fälle an den Staustufen auf der Hut. Das Wasser kann dort in Minutenschnelle steigen und euch den Weg abschneiden.

Wir sehen uns Outdoor ❤
Marco, Petra und die kleine Jo

Informationen

Wanderung Capu Borba

Hier die Koordinaten zum Zugang
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FAQs
keine WC in der Nähe
keine Berghütte in der Nähe
teils keine Mobilfunkverbindung
Campingplatz Monte Cinto nicht ganzjährig geöffnet.

Lust auf ein weiteres Abenteuer auf Korsika? Wie wäre es mit einer Panoramawanderung zum Monte Tolu oder soll es lieber eine Wandertour auf Sardinien werden? Nicht ganz so weit wäre das Gottesgaber Torfmoor in Tschechien?

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Im Reich der Mufflons - Bergwanderung zum Gipfel des Capu Borba

Im Reich der Mufflons - Die Bergwandern zum Capu Borba ist eine echte Herausforderung. Die Wanderung verlangt einiges an Kondition.