Wandertipp Sardinien Zelten Punta La Marmora
Sardinien

Wandern Sardinien: Wo die Gipfel noch einsam sind, schlafen wir unter Sternen

Voraussichtliche Lesedauer: 10 Minuten

Sardinien, die Perle im Mittelmeer. Hier erlebten Petra und ich unseren persönlichen Sommernachtstraum als wir erschöpft aber glücklich unser kleines Zelt am Punta La Marmora aufschlagen. Inmitten vom nirgendwo und weit ab jeglicher Zivilisation sind die Berge noch frei von Touristenmassen und die Gipfel Sardiniens einsam. Hier lernen wir die wilde Seite der Insel kennen. Der Weg zum Gipfel führt über steinige Trails, wilde Pfade und durch sardische Bilderbuch Landschaften. Die Belohnung der Strapazen sind herrlichen Ausblicken, die weit über die Insel reichen und ein famoser Sonnenaufgang in den Bergen Sardiniens. Kommt mit und lasst euch entführen in die wunderschöne Wildnis der italienischen Mittelmeerinsel.

Inhaltsverzeichnis

Anreise

Von Fonni kommend geht es auf der SP7 in Richtung Desulo. Hier folgt man den Serpentinen einer alten Passstraße bis zum verlassenen Ausflugslokal Refugio S Àrena. Dieses befindet sich etwa 5 Kilometer von Desulo entfernt am Ende einer Passstraße. Die Fahrt dorthin über die serpentinenreiche Bergstraße ist bereits ein kleines Abenteuer. Den während der Fahrt, muss man ständig auf Kühe achten, die sich zum Verdauungssonnenbad auf der Straße gelegt haben. An der alten Herberge angekommen erwartet uns das erste wunderschöne Panorama des Tages. Vor uns liegt die gerade zurückgelegte Serpentinenstraße und das grüne Tal. Vereinzelt hört man einige Kuhglocken in der Ferne. Der Blick auf die uns umgebene wilde sardische Natur ist unbeschreiblich schön. Bei klarem Himmel und Sonnenschein machen wir uns auf den Weg zum Gipfel des Punta La Marmora auf Sardinien.

Etappe 1: refugio S`Arena

Der erste Wegweiser befindet sich am Ende des Parkplatzes und führt uns über einen Arbeitsweg hinauf in die Berge. Es ist ein sanfter Anstieg auf einer Schotterpiste, der aber keinerlei Schatten bietet. Links und rechts des Weges befinden sich kleine Büsche und Gräser. Weiter oben am Hang sehen wir eine Herde Schafe. Diese lassen sich von uns jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Bis wir das Areal Arcu Artilai erreichen, vergeht eine Weile. Das Areal liegt auf gut 1660 Metern und ähnelt einer grünen Mondlandschaft. Schotter, Felsen und Geröll so weit das Auge reicht. Von hier zweigen weitere Wanderwege ab. Wir setzten unseren Weg in Richtung Brunca Spina fort. Dem Weidezaun am Kammweg folgen wir eine Weile, bis wir diesen über eine Leitertreppe überqueren. Wir laufen nun auf der anderen Seite weiter, bis wir Brunca Spina erreichen.

Etappe 2: Brunca Spina 1824 Meter

Auf dem Gipfel des Brunca Spina hat man erneut eine tolle Sicht in die umliegenden Täler. Sein Gipfelkreuz aus zwei Stahlrohren wirkt etwas lieblos auf uns und wird diesem Ort nicht gerecht. Wir erfreuen uns dennoch an der unberührten Natur Sardiniens. Tipp. Etwas nördlicher liegt die Bruncu Felsformation, diese bietet ein wesentlich schöneres Fotomotiv.

Etappe 3: Punta La Marmora

Der weitere Verlauf der Wanderung war ganz nach unserem Geschmack und bietet einen ausgezeichneten Blick in die Ferne. Dabei entdecken wir grasende Wildpferd und den blau leuchtenden Stausee Lago Govossai der von hier oben gar nicht mehr so groß wirkt. Bis zum Gipfel des Punta La Marmora ist es nun nicht mehr weit. Über kleine Trampelpfade geht es am Hang durch ein Geröllgebiet, bis wir schließlich auf ein weiteres Plateau treffen. Wie ein Teppich überziehen kniehohe grüne Büsche das Areal um uns herum. Gut zu erkennen, sind die kleinen Trampelpfade, die hindurchführen. Die Pflanzen sitzen voller Marienkäfer, die sich in der Sonne wärmen. So etwas haben wir auch noch nie gesehen. Das müssen tausende sein. Wir freuen uns wie kleine Kinder und beobachten das Gewusel noch eine etwas, bevor wir uns den letzten Metern zum Gipfelkreuz zuwenden. Am Gipfelkreuz angekommen, ist der Eintrag ins Gipfelbuch natürlich obligatorisch.

Etappe 4: refugio

Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz begegnen wir sardischen Hirschen am Gipfel. Dehnen sind wir jedoch vollkommen egal, den sie fressen in aller Ruhe weiter und lassen sich durch unsere Anwesenheit nicht stören. Mit dem Einbruch der Dämmerung frischt es am Berg auf. Die zunehmenden Böen zwingen uns auf die windabgewandte Seite des Berges auszuweichen. Auch hier zieht der Wind ordentlich. Wir beschließen daher noch etwas Bergab Richtung Tal zu wandern. Eine Rückwanderung über die Gipfel bei zunehmender Dunkelheit erscheint uns zu gefährlich. Zu groß wäre die Gefahr, sich im unwegsamen Bergen Sardiniens zu verlaufen oder zu stürzen. Laut Rother Wanderführer soll es eine kleine Schutzzone in der Nähe geben, sagt Petra. Wir machen uns Talwärts auf den Weg dorthin.
Nachdem wir eine Weile gelaufen sind, trauen wir unseren Augen kaum. Da lag sie vor uns. Eine umzäunte grüne Oase mit Bäumen, Bänken, einer Quelle und Platz zum Zelten. Erleichtert und voller Freude, bauen wir das Zelt auf. Als die Sonne gänzlich hinter den Bergen verschwindet, kühlt es merklich ab. Zeit, einander zu wärmen. Petra und ich huschen in unseren Schlafsack und lauschen noch etwas dem Wind. Bis wir schließlich mit einem Lächeln unter den Sternen Sardiniens einschlafen. Am Morgen ist es noch recht kühl. Als wir Kaffee kochen und etwas frühstücken, schauen wir uns gemeinsam den Sonnenaufgang an. Die Insel erwacht, das Tal liegt teils noch im Nebel, die Bergketten weiter hinten sind schemenhaft zu erkennen. Die Sonne steigt langsam über das Bergmassiv in die Höhe. Noch heute schwärmen wir von diesem Augenblick!

Abstieg refugio S`Arena / Parkplatz

Nach dem Frühstück und dem Verstauen der Ausrüstung geht es auf die letzte Etappe der Tour. Der Weg führt jetzt überwiegend auf einem schmalen Pfad ins Tal hinab. Dieser verläuft häufig im Schatten der Berge und so ist es noch lange recht frisch, weshalb wir auch die Jacken anbehalten. Beim erneuten Schnüren unserer Schuhe machten wir dann noch eine Entdeckung für das Abendessen. Wilden Thymian wächst wie Unkraut am Wegesrand und da wir an frischen Kräutern nicht vorbeikommen, nehmen wir uns kurzerhand ein wenig davon mit. Nach einer weiteren Stunde auf diesem Weg erblicken wir erstmalig das Refugio vor uns, dass wir einige Zeit später bereits erreichen. Petra und ich sind dankbar für die gemeinsame Erfahrung auf dem Dach Sardiniens. In den kommenden Tagen haben wir natürlich noch weitere Ausflüge und Wanderungen unternommen, so findest du hier im Blog auch die Beschreibung zur Tageswanderung Gola di Gorropa oder unserem Ausflug nach Orgosolo.

Unser Fazit

Der Weg ist unserer Meinung nach gut beschildert, trotzdem gab es schon Personen, die sich in den Bergen Sardiniens verlaufen haben. Generell gilt in den Bergen. Lieber etwas mehr Vorsicht. Bleibt auf den markierten Wegen und behaltet das Wetter im Auge. Falls Ihr Zweifel habt, richtig zu gehen, kehrt besser um. Falls Ihr Solo auf Tour geht, meldet Euch bei jemand ab und gebt dieser Person die Routeninfo sowie die gewünschte Zeit der Rückkehr. Das mag albern klingen, kann jedoch im Notfall Leben retten!

Wir sehen uns Outdoor ❤
Marco, Petra und die kleine Jo

2 Comments

  • Katharina

    Hallo, mich interessiert der Zeltplatz unter freiem Himmel zu dem ihr abgestiegen seid. Ist das auch entlang des 721? Wir hätten aufgrund von Höhenangst nämlich gern die Möglichkeit nicht über beide Gipfel zu müssen, sondern in der Gegend zu wandern solange wir es aushalten und dann unser Zelt aufzuschlagen. Danke!

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Wandern Sardinien: Wo die Gipfel noch einsam sind, schlafen wir unter Sternen

Sardinien, die Perle im Mittelmeer. Hier erlebten Petra und ich unseren Sommernachtstraum beim Zelten am Punta La Marmora auf 1834 Metern.